Der Flug

Als wir unseren Flug buchten hatten wir noch ein kleines Bündel das relativ wenige Bedürfnisse hatte. Auch wenn diese in der Situation nicht immer klar zu deuten waren, so war in der Retrospektive alles doch sehr einfach was die kleine Frau anging. Dementsprechend verschwendeten wir auch nicht zu viel Gedanken daran wie ein Langstreckenflug mit Zwischenstopp ablaufen würde. Je lebhafter und fordernder sie jedoch wurde, desto eher machten wir uns Sorgen. Spätestens als unsere Kinderärztin dann sagte dass es doch sehr sinnvoll wäre über Nacht (unser Flieger ging um 11 Uhr morgens) und ohne Zwischenstopp (auch das nicht) zu fliegen würden wir langsam nervös. Wie lief es also?

Zunächst mal half es natürlich nicht, dass beide Eltern in den Tagen vor dem Abflug selbst noch krank waren. Insbesondere Mami hatte mit Kreislaufbeschwerden zu kämpfen. Wir hofften also, dass sie vielleicht die ein oder andere Stunde in ihrem Maxi Cosi schlafen würde. Zu diesem Zweck hatten wir ja extra einen Platz für sie gekauft, denn die „Baskets“, die von den Airlines oft zur Verfügung gestellt werden, verfügen über keinen Sicherheitsgurt. Die kleine Frau wollte allerdings viel lieber die Zeit im Flugzeug produktiv nutzen. Ingesamt nur 20 Minuten schlafend schäkerte sie mit den FligbegleiterInnen und lernte eben noch selbst zu sitzen, wenn sie schon mal dabei war. Nachdem wir dann noch eine Stunde auf unser Gepäck gewartet hatten, schlief sie auch nach dem Zoll noch immer nicht. Der darauf folgende Security Check sorgte dann für schlechte Stimmung, aber sobald wir am Gate waren und die extra mitgebrachte Liftmatratze für ein Schläfchen an Mamas Brust aufgeblasen hatten, war wieder Partystimmung angesagt. Schließlich wusste das Kind ja nun wie man sitzt!

Als uns dann ein Gate-Change zu einem kleinen Spaziergang zwang, war im Tuch an Papas Brust aber endlich Schlafenszeit. Der Tiefschlaf hielt dann auch den ganzen (kurzen) zweiten Flug an. Erst nachdem das Gepäck endlich da war wachte sie wieder auf. Aber da hatten wir es schon quasi geschafft. Die 120kg Gepäck waren da, niemand durfte wegen hohem Fieber nicht einreisen, und wir hatten auch nicht mehrere 100 Menschen zu Tode genervt. Vom heiß ersehnten Bett trennte uns nur noch der Mietwagen. Nachdem ich die Zweifel der Frau in der Mietwagengarage („That luggage is never going to fit into that car!“) bei Seite geschoben hatte und alles drin war kam noch eine Überraschung: der Gurt war wenige Zentimeter zu kurz für den Maxi Cosi! Aber mit ein wenig manövrieren passte auch schließlich das. Eine Stunde später dann lagen wir endlich im Bett.

What’s in a Life

Gerade geht unser sechster Tag in Kalifornien zu Ende. Unglaublich. Aber wir haben schon ne Menge geschafft. Da dies der erste Richtige Eintrag ist aber erstmal von vorne.

Am 11.4. ging der Flieger. Bis dahin hatten wir uns knapp drei Wochen bei meinen Eltern aufgehalten und waren natürlich zutiefst entspannt (meistens zumindest). Allerdings gab es pünktlich zum Abflug erstmal noch ein paar Tage zum Zittern. Nachdem das Baby schon an Ostern auf ein Antibiotikum gesetzt wurde da sie hohes Fieber und entzündete Mandeln hatte, wurde erst drei Tage vor Abflug noch Lenka krank und am Tag unmittelbar vor unserer Fahrt zum Flughafen  ging es dann auch noch mir dreckig (obwohl ich schon zusammen mit Yuna krank war und es mir eigentlich besser ging). Ich würde mal sagen, die Aufregung hat einen ordentlichen Teil dazu beigetragen dass es so blöd lief, aber, zu unserer großen Freude, waren wir am Samstag morgen dann alle bereit in den Flieger zu steigen. Einzig unser Eltern mussten etwas leiden, da wir weder am Abend vorher in Feierlaune waren noch uns am Flughafen nach großen Abschiedsszenen zumute war.Nagut, Lenka litt auch etwas unter Kreislaufschwäche, da ihr das hohe Fieber und das hungrige Kind doch einige Kräfte geraubt hatten. Also schleppte der Papa fleißig das kleine Paket, und schob zwei Handgepäckrucksäcke und den Maxicosi vor sich her Richtung Security.

Vorher hatten wir schon gut 120kg Gepäck beim Check-In gelassen. In diesen 6 Taschen, Rucksäcken und Koffern befand sich quasi unser ganzes Leben für die nächsten 18 Monate. Und darum soll es in diesem ersten Beitrag eigentlich gehen. Nämlich, was ist da drin in unserem Leben, also den Taschen?

Da muss ich sagen: erstaunlich viel. Zum Schluss ging es dann um solche Luxusprobleme wie ob ich die 4m langen 2t-Schwerlastschlingen für meine Longline noch unterbringen kann oder nicht. Es erstaunt mich im Nachhinein wie wenig man doch braucht und trotzdem seinen Alltag weitgehend gleich halten kann. Denkt man an den 7,5t LKW der doch sehr gut gefüllt unseren Umzug bewältigt hat, dann sind nur 6 Taschen quasi nichts. Und die waren nicht mal in dem LkW drin. Lenka und ich empfinden es (im Nachhinein) als Bereicherung zu erleben welche Aspekte unseres Besitzes wirklich wichtig sind. Beim Assortien war das natürlich eher stressig.

Der Fairness halber muss man natürlich sagen, dass wir ja nicht nur die Taschen sondern auch ein ganz gut gefülltes Konto dabei hatten um uns gleich wieder ausreichend einzurichten. Damals nach Australien hat mir ja auch ein Rucksack gereicht. Da war ich allerdings auch noch alleine und könnte mal zur Not auch 30 Minuten ohne Papas Arm, Mamas Brust oder ne neue Windel auskommen.

Was war denn nun drin in den Taschen? Hier mal eine grobe Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

* Lenka hat 1,5 Taschen bzw. Koffer mit Klamotten

* Ich hatte 1 Tasche

* und das Baby ne halbe (ist ja auch nur ne halbe Portion)

* ne halbe Tasche Stoffwindeln und anderer Wickelkram

* ne halbe Tasche mit Papis longlinekram

* ne ganze Tasche voller Outdoorkram

* und ne ganze Menge Kleinkram

Man kann also sagen, dass die Essenz unserer Habseligkeiten zur Hälfte aus Klamotten sowie Hobbykram besteht. Wenn man das Baby als Hobby bezeichnen möchte :)

Als nächstes werden wir dann mal was vom Flug berichten. Gibt’s ja noch einiges aufzuholen!

Willkommen…

… dann wollen wir das mal versuchen mit dem Bloggen. In Zukunft wollen wir zwei hier berichten was es so Aufregendes in unserem Leben mit unserer neuen Chefin gibt oder worüber wir uns gerade so aufregen. Wir versuchen uns dabei von Themen wie Stuhlgangshäufigkeit, Stuhlgangskonsistenz, „Oh mein Gott ist das Baby süß“-Beiträgen oder den neuesten Eigenheiten des Babykörpers fern zu halten. Manchmal wird das vielleicht nicht klappen, denn, sind wir mal ehrlich, diese drei Themen bestimmen oft unsere Tage.

Da wir demnächst auch unser schönes Jungfamiliennest verlassen wollen, hoffen wir auch das ein oder andere schöne Foto unserer neuen Heimat zu zeigen. Und vielleicht süße Babyvideos… wer weiß das schon.

Wir hoffen dass euch das lesen dann so viel Spaß machen wird wie uns das Schreiben.